von MHM

Rundbrief 03/2016

Adventszeit bedeutet bei uns auf der Südhalbkugel, Sommer. Schokoladen-kekse zu Weihnachten schmelzen, viele leckere Obstsorten sind reif und wir warten dringend auf die Regenzeit!
Wieder einmal ist ein Jahr nahezu zu Ende. Für uns als MHM auf Madagaskar war es ein ganz besonderes Jahr. Unser Team hat sich vergrößert, wobei noch weiterer Bedarf besteht, neue Mitarbeiter zu finden und zu finanzieren. Die Qualität unserer Arbeit hat sich auch durch den tollen Einsatz mehrerer Freiwilliger enorm verbessert und wir haben neue Arbeitsbereiche angefangen, wie die Kids Clubs und die Hebammenfortbildung! Total gespannt erwarten wir das neue
Jahr mit seinen neuen Herausforderungen und Erfolgen!

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Viele Seiten spannender Erlebnisse sind dort zu lesen! Vielleicht ein schönes Weihnachtsgeschenk für Familie und Freunde, die MHM nicht kennen?!

2016 – Ein Jahr des Wachstums

Die größte Veränderung im Jahr 2016 ist die enorm gewachsene Geburtshilfe. Seit September 2015 haben wir unser Angebot zur Durchführung von Geburten auf rund um die Uhr erweitert. Für mich bedeutete es zahllose schlaflose Nächte, arbeitsreiche Abende und Wochenenden und ein total unplanbares Familienleben. Es bedeutete, unsere Hebammen weiterzubilden, sie auf ein Niveau zu bringen, das deutlich über dem Landesüblichen ist. Unsere Hebammen mussten wahnsinnig viel dazu lernen, neue Wege zu gehen und total anders arbeiten, als sie es kannten. Im Ergebnis dürfen sich die Schwangeren freuen, immer von einer gut ausgebildeten Hebamme freundlich und kompetent betreut zu werden. Im Notfall werden die Frauen von uns ins Krankenhaus transportiert und auf unsere Kosten der benötigte Kaiserschnitt oder andere Behandlung durchgeführt. In Kurzform: eine Betreuung, die sie sonst nirgendwo auf Mada bekäme. Für jedes, der mehr als 150 Babys (davon über 120 seit Juni), das bei uns das Licht der Welt erblickt hat, bedeutete es, dass es sorgfältig untersucht und weiterbetreut wurde, im Bedarfsfall ins Kinderkrankenhaus gebracht wurde. Auch jene Babys, die nicht gesund waren, erhielten den bestmöglichen Start ins Leben, da wir Probleme erkennen, Lösungen suchen, Kontakte zu Ärzten und Therapeuten herstellen. Mehr als 50 Frauen und Babys haben wir den lebensrettenden Aufenthalt im Krankenhaus finanziert. Um in Zukunft noch besser arbeiten zu können und um weniger Frauen ins Krankenhaus zu verlegen, wollen wir anbauen und uns vergrößern! Ab Herbst 2018 wollen wir Kaiserschnitte hier bei uns durchführen können!!

Patient des Jahres 2016: Christophe! Noch ein guter Grund, warum wir bauen!
Auf der Heimfahrt von der Schule kamen meine Kinder mit einem unserer Logistiker zu einem schrecklichen Unfall. Der Chef vergaß seinen Angestellten unterm LKW. Er fuhr los und schleifte den Mann mit: vom Bauchnabel bis zum Knie waren die bloßen Muskeln und Knochen zu sehen. Die lange tragische Geschichte nahm erst eine gute Wende, als Christophe 4mal vom Dt. Ärzteteam in Narkose gelegt wurde, das Bein gereinigt und Haut vom anderen Bein transplantiert wurde. Anschließend lag er über 4 Wochen bei uns: in der Abstellkammer, unser einziger freier Raum und die einzige gute Lösung, ihn mit zu uns zu nehmen. Die Versorgung in den Krankenhäusern auf Mada ist mehr als abenteuerlich und somit entschieden wir uns zu diesem gewagten Schritt! Tage bangten wir um sein Leben und versorgten ihn alle 2-4 Stunden. Christophe lebt und ist sei Juli als Wächter bei uns angestellt! Er lebt, weil wir so viel mehr als unsere Arbeit getan haben. Es ist immer wieder rührend zu sehen, wie er mitfiebert, wenn es in der medizinischen Abteilung "heiß" her geht.
Er sollte dieses Jahr nicht der einzige Patient in unsrer Abstellkammer bleiben: ein Frühchen, Frauen nach harten Geburten und schlimmen Brustentzündung. Wir brauchen mehr Platz, als die Abstellkammer uns bieten kann!

Der Container mit vielen guten Sachen ist angekommen!
Am 14. Oktober kam unser Container an – nach doch enormen Hürden, sowohl in Deutschland als auch auf Madagaskar. Beim Auspacken sahen wir immer wieder strahlende Gesichter von vielen Mitarbeitern: Mechaniker und die Fahrer, als sie die Reifen und Batterien sahen, das medizinische Personal beim Anblick aller Medikamente, Verbrauchsmaterialien und neuen Geräten. Dies und die erleichterte Arbeit machten es wert, dass wir soviel Arbeit, Stress und Kosten hatten! Danke an alle, die gespendet, geholfen, gebetet haben und diese doch sehr große und teure Container-Aktion mit uns realisiert haben!

Wer ist unser nächster Freiwilliger? Für 2 Wochen, 6 Monate oder 1 Jahr?

Über die letzten Jahre ist unsere Arbeit "explodiert". Immer mehr Kranke, immer mehr Einsatzorte, immer mehr Mitarbeiter. Für 2016 war es unser Ziel, nicht die Behandlungszahlen zu steigern, (was sie dennoch getan haben) sondern an der Qualität unserer Arbeit zu arbeiten. Dies ist uns gelungen, vor allem durch die Mitarbeit von verschiedenen Freiwilligen. Freiwillige kommen hoch motiviert, mit neuen Ideen und viel Zeit! Wir brauchen auch Sie/Dich! Im Büro, bei den Kindern, in der Technik, beim Fliegen, im Berichtswesen, in der Medizin!

Welche  Freiwilligen brauchen wir gerade?
Hebamme auf Madagaskar:
Ich wäre für Unterstützung dankbar! Ab Februar haben wir Platz für 1 Hebamme und ab Juni 2017 sogar für zwei Hebammen.
Hausmeister auf Madagaskar: Unsere Gebäude und Autos haben einen hohen Bedarf an Wartung und Reparaturen! Ein geschicktes Allround-Talent hätte sicher große Freude und einige Herausforderungen!
Mitarbeiter/in im Büro auf Madagaskar: Als Brücke zum MHM Büro in Deutschland, Berichtswesen, Fundraising, Weiterbildung des Admin-Teams.... Die Aufgaben sind so umfassend wie spannend! Wir wünschen uns und brauchend dringend Unterstützung mit fließenden Deutsch-Kenntnissen!
Interessiert an der Bau-Planung und Durchführung 2017/2018, von Deutschland aus oder auf Mada? Der geplante Bau unseres Krankenhauses für Geburtshilfe mit OP und Patientenzimmern und des medizinischen Trainingszentrums ist ein absolutes Muss, denn unsere Räume hier sind viel zu klein und deutlich zu wenige, um die gesamten Patienten und Geburten gut betreuen zu können. Eine tolle Gelegenheit, sich kurzfristig, von Deutschland aus oder live vor Ort, einzubringen. Planen, Fundraising, mauern, Elektrik- und Wasserversorgung, Fliesen legen, malern, Möbel bauen, Berichte schreiben, Aufsicht führen... Die Aufgaben sind sehr vielfältig und wir brauchen dringend Hilfe. Beginn soll September 2017 sein, und Herbst 2018 wären wir gerne fertig! Wenn Sie Interesse haben, vor Ort mitzuarbeiten, sich in Deutschland am Fundraising zu beteiligen oder Kontakte für medizinisch relevante Sachspenden haben – bitte melden Sie sich per Email anJLIB_HTML_CLOAKING bei uns und wir sammeln die Infos!

Du möchtest auch eine zeitlang aktiv bei MHM in Madagaskar mitarbeiten? Dafür solltest Du: • christlich orientiert sein • Dich selbst finanzieren • Französisch sprechen  • sehr flexibil sein • eine hohe Frustrationstoleranz haben • neugierig und offen für Neues sein!

Wenn Gott will, blüht ein Besen!

Das Jahr 2016 ist für mich ein sehr beeindruckendes. Noch nie habe ich so wenig geschlafen (steigende Geburtenzahlen), noch nie ein solches Wechselbad der Gefühle erlebt: viel Fortschritt und Erfreuliches, immer wieder harte und traurige Momente, gefolgt von Freude und Staunen, über das, was alles möglich ist; Besucher, Freunde, Freiwillige willkommen geheißen und wieder verabschiedet! Als ich 16 Jahre alt war, bekam ich in Würzburg, in der KIM Gruppenstunde eine Karte, die ich bis heute habe. Sie hängt in meiner Küche und immer wieder - manchmal täglich - erlebe ich es ganz klar: Wenn Gott will, blüht ein Besen! Sei es unser deutscher Botschafter, der uns bei der Containerabwicklung enorm zur Seite steht, sei es ein Krankenhaus, das uns das Bezahlen einer sehr hohen Rechnung erlässt, seien es Freiwillige, die kommen, und einfach da anpacken, wo die Not am Größten ist. Sei es, dass das Dt. Ärzte-Team eine OP macht, wir den Patienten bei uns unterbringen, und so sein Leben gerettet wird. Sei es das Frühchen, das als stationärer Patient bei uns bleibt, mit der Muttermilch der Frau unseres Piloten aufgepäppelt wird und überlebt. Sei es, dass Sie/Du dies alles mit ermöglichen, durch Ihr/Dein Geben!

Weihnachten, diese alte Geschichte, dass Gott Mensch geworden ist. Dass er als Säugling zwischen Ochs und Esel das Licht der Welt erblickt hat. Wenn ich an unsere Geburten denke, dann habe ich den Eindruck, dass ich Jesus dabei ganz nahe bin. "Wenn du ein Kind siehst, begegnest du Gott auf frischer Tat" hat Martin Luther einst gesagt. Ich bin dankbar, für unsere saubere, helle Krankenstation. Alternativ kämen die Babys zuhause zur Welt, bei Hühnern, Ratten und Flöhen, ohne Licht und Wasser und ohne eine unserer Hebammen, die so gut arbeiten.

Mein Weihnachtswunsch ist, dass Sie diesen Rundbrief und unseren neuen Flyer weitergeben, dass es mehr Menschen geben wird, die mit einer monatlichen Spende von 10 Euro einem unbekannten Menschen am anderen Ende der Erde eine kostenlose und sehr gute Behandlung ermöglichen. Denn so einfach ist es, dass Gott einen Besen blühen lässt! Und wie immer: Helfen macht glücklich!

Eure Tanja mit Fanilo & Fifaliana
MHM Madagaskar